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06 Präventionskultur

App zur Präventionskultur

Foto: ©LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com

„Im Betrieb wird Arbeitssicherheit gelebt.“ Stimmen Sie voll und ganz zu, eher, eher nicht oder überhaupt nicht? In acht Themenkomplexen von der Wahrnehmung der Arbeitssicherheit und Gesundheit im Betrieb über die Kommunikation bis hin zur sozialen Unterstützung durch die Führungskraft wertet eine neue App die individuelle Sicherheitslage im Betrieb aus und gibt Tipps für eine bessere Gestaltung im Arbeitsalltag. Gesundheits- und Wirtschaftspsychologen der SRH Hochschule Heidelberg haben die App im Auftrag der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) entwickelt.

Wie schnell ist es geschehen: Ein Mitarbeiter kommt ins Stolpern, rutscht oder stürzt. Aber auch das Hantieren mit Messern oder Werkzeugen zählt zu den häufigsten Arbeitsunfällen. Zwar haben die wirtschaftlichen, technischen und medizinischen Fortschritte insgesamt für einen Rückgang der Arbeits- und Wegeunfälle gesorgt, doch die veränderten Belastungen im Berufsalltag bedingen heute neue Ansätze zur Prävention. Ein wichtiges Thema für die BGN und den ASD*BGN (Arbeitsmedizinischer und Sicherheitstechnischer Dienst der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe): „Deshalb haben wir einen Partner gesucht, der dieses Thema proaktiv und wissenschaftlich mit uns angeht“, sagt Gerhard Blatt, Projektleiter der Studie „Präventionskultur 360°“ und Leiter des ASD*BGN.

Prof. Dr. Ralf Brinkmann, Studiengangsleiter Psychologie (M.Sc.), hat mit dem Forschungsprojekt einen Ansatz geschaffen, der Unternehmer, Führungskräfte, Sicherheits- und Gesundheitsexperten sowie Beschäftigte aus verschiedenen Branchen in ein Boot holt.

„Uns war wichtig, die Expertensicht und die Kundenperspektive zusammen zu bringen“, sagt er. „Nur so können wir die organisationskulturellen Einflussfaktoren des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Unternehmen genauer eingrenzen.“ Ziel des Projektes war es, ein Tool zu entwickeln, das es ermöglicht, den Stand der Präventionskultur in einem Unternehmen festzustellen. Dazu befragten die Wissenschaftler 60 Führungskräfte, 30 Beschäftigte und 50 Sicherheits- und Gesundheitsexperten. „Auffällig war, dass Arbeitssicherheit grundsätzlich einen höheren Stellenwert als das Thema Gesundheit hatte“, äußerte sich Brinkmann zu den Ergebnissen.

Dazu verzeichneten die Großbetriebe einen besseren Gesamtwert zur Präventionskultur als Kleinbetriebe, bedingt auch durch die unterschiedlichen finanziellen und personellen Ressourcen in den Unternehmen. „Die Ergebnisse werden wir einsetzen, um zukünftig Führungskräfte noch gezielter für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren. Denn sie haben bei der Prävention eine große Vorbildrolle“, schließt Blatt aus dem nun erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojekt. Die App steht unter http://bgncheck.de/ frei zur Verfügung.

Weitere Informationen:

http://bgncheck.de/

http://www.hochschule-heidelberg.de

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