Sonstiges

Gewalt am Arbeitsplatz

Gewalt am Arbeitsplatz ߢ”‚¬”€œ viele denken dabei an Mobbing oder Bel߃¤stigungen und ߃œbergriffe durch Kollegen. Gemeint ist hier aber Gewalt durch Dritte, wie zum Beispiel Antragsteller, Patienten, Klienten und Fahrg߃¤ste.
Es gibt Berufsgruppen wie Polizisten, Wachpersonal oder Ladendetektive, die bekannterma߃Ÿen einem erh߃¶hten Risiko ausgesetzt sind. Sie werden bereits w߃¤hrend ihrer Ausbildung auf Gewaltsituationen vorbereitet und erlernen entsprechende Pr߃¤ventionsstrategien. Zunehmend treffen gewaltsame ߃œbergriffe aber Personen, die nie damit gerechnet h߃¤tten, an ihrem Arbeitsplatz mit Gewalt konfrontiert zu werden. Besonders gef߃¤hrdet sind Besch߃¤ftigte mit Publikumsverkehr, wie zum Beispiel Politessen, Kontrolleure, Sozialamtsangestellte, Krankenhauspersonal. Oft sind die Betroffenen hilflos, weil sie nicht gelernt haben, wie sie mit diesen ߃œbergriffen umgehen und sie effektiv abwehren k߃¶nnen. Das Ph߃¤nomen ist nicht neu ߢ”‚¬”€œ aber die Gewaltbereitschaft hat zugenommen und ist in ihrer Auspr߃¤gung h߃¤rter geworden.

Deeskalation und Konfliktvermeidung

F߃¼r die potenziell Betroffenen ist es zun߃¤chst einmal wichtig, ein funktionierendes ߢ”‚¬Å¾Fr߃¼hwarnsystemߢ”‚¬Å“ zu entwickeln, d. h. die Sinne f߃¼r eine drohende Eskalation zu sch߃¤rfen und dann rechtzeitig zu reagieren. Nat߃¼rlich gibt es keine ߢ”‚¬Å¾Universalstrategieߢ”‚¬Å“, die sich f߃¼r jede Konfliktsituation eignet ߢ”‚¬”€œ die Konfrontation mit einem frustrierten Antragsteller erfordert andere Strategien als die mit einem Schwarzfahrer oder einem psychisch Kranken.
Doch es gibt Verhaltensweisen, die in vielen Situationen deeskalierend wirken. So sollte der Antragsteller/Fahrgast/Patient nie das Gef߃¼hl haben, ohnm߃¤chtig ausgeliefert oder gar minderwertig zu sein. Wichtig ist es, Ihm zu vermitteln, dass er ebenb߃¼rtig ist und dass seine Probleme ernst genommen werden. Entscheidungen sollten ohne ߃œberheblichkeit nachvollziehbar erl߃¤utert werden. Gerade im Umgang mit frustrierten Antragstellern, deren Antr߃¤ge auf unterst߃¼tzende Leistungen abgelehnt wurden, wirkt es sich positiv aus, dem Gegen߃¼ber zu zeigen, dass er sich nicht in einer Sackgasse befindet und ihm Hilfe anzubieten bei der Suche nach weiteren L߃¶sungsm߃¶glichkeiten. Auch der erwischte Schwarzfahrer wird weniger aggressiv reagieren, wenn ihm die Option einer g߃¼tlichen L߃¶sung angeboten wird ߢ”‚¬”€œ zum Beispiel die vergessene Monatskarte nachzureichen.
Ein probates Mittel zur Deeskalation ist auch die so genannte Metakommunikation, d. h. Kommunikation ߃¼ber die Kommunikation: Droht eine Situation verbal zu entgleisen, so wird diese eskalierende Gespr߃¤chssituation selbst zum Gespr߃¤chsthema gemacht, freundlich und souver߃¤n. Oft gelingt es so, die Atmosph߃¤re zu entspannen und das Gespr߃¤ch auf ein weniger emotionales Niveau zur߃¼ckzuf߃¼hren.
In den meisten F߃¤llen bauen sich die Gewaltsituationen allm߃¤hlich auf und es bleibt Zeit, durch besonnenes Verhalten und gezielte Deeskalationsstrategien zu verhindern, dass die Situation au߃Ÿer Kontrolle ger߃¤t.

Unterst߃¼tzung durch die Berufsgenossenschaften

Welche Rolle k߃¶nnen die Berufsgenossenschaften spielen? Sie k߃¶nnen mit Pr߃¤ventionsma߃Ÿnahmen dazu beitragen, die Entstehung von gewaltt߃¤tigen Konflikten zu vermeiden. Ferner k߃¶nnen sie den gef߃¤hrdeten Personengruppen Deeskalationsstrategien vermitteln, die im Ernstfall helfen, eine Konfliktsituation zu entsch߃¤rfen, bevor Gewalt ins Spiel kommt. Gemeinsam mit dem Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) und dem BG-Institut Arbeit und Gesundheit (BGAG) entwickeln sie deshalb Pr߃¤ventionsprogramme und bieten Deeskalationsseminare an. Sie bilden auch Multiplikatoren aus, die vor Ort bei der Gewaltpr߃¤vention und Konfliktvermeidung helfen k߃¶nnen. Neben dem bestehenden Angebot konzipiert das BGAG Seminare auch auf Anfrage. Ansprechpartner ist zun߃¤chst die zust߃¤ndige Berufsgenossenschaft.

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