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Unfallnachsorge – ein wesentlicher Baustein des AMS

Foto: Silvester Siegmann

Ein vorsorgender Baustein in einem gut organisierten Arbeitsschutzmanagementsystem ist die Unfallnachsorge. Um auf ein – hoffentlich nie eintretendes – Extremereignis richtig vorbereitet zu sein, sollten Maßnahmen für die auftretende, psychische Belastung aller Beteiligten getroffen werden. Neben der meist gut organisierten medizinischen Rettungskette ist eine Versorgung auf der psychischen Ebene ebenfalls zweckmäßig. Mittels ausgebildeten „psychologischen Ersthelfern“ können Maßnahmen gezielt und sicher eingeleitet werden. Psychologische Ersthelfer sollten über die Rettungskette informiert werden. Sie begeben sich neben, den medizinischen Ersthelfern direkt zum Unfallort und übernehmen dort die Betreuung psychisch belasteter Mitarbeiter. Psychologische Ersthelfer sind ausgewählte Mitarbeiter, die eine entsprechende Schulung für psychologische Unfallnachsorge erhalten.

Die Ziele der psychologischen Unfallnachsorge sind:

  • Verringerung psychosomatischer Belastung nach einem Unfall
  • Vermeidung depressiver Stimmungen
  • Reduktion von Folgeschäden für Unfallbeteiligung
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit
  • Verbesserung der Unternehmensstruktur
  • Erfüllung der Führsorgepflichten
  • Reduktion von Ausfallzeiten.

Die Unfallnachsorge geht auf die psychologische Rettungskette gemäß dem Kölner Modell von Herrn Prof. Dr. Echterhoff (ipu) zurück. Dabei gilt es insbesondere, die psychologische Nachsorge so schnell wie möglich zu aktivieren. Die psychologischen Ersthelfer übernehmen dabei nur die Erstbetreuung, und helfen den Weg in die Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) durch externe Fachleute zu finden.

Mittels einer festgelegten Aufbau- und Ablauforganisation gelingt es bei einem Notfall, innerhalb kurzer Zeit die notwendigen und erforderlichen Maßnahmen zur Rettung und Betreuung der verunfallten Person durchzuführen. Eine stringente Festlegung der organisatorischen Abläufe hat sich in der Praxis bewährt und führt zur schnelleren systematischen Rettung.

Am Beispiel der RWE AG lässt sich aufzeigen, dass die Unfallnachvorsorge wesentlich dazu beiträgt, die Auswirkungen Posttraumatischer Belastungsstörungen zu minimieren. Insbesondere die Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologische Unfallnachsorge (ipu) hat in jahrelanger, grenzübergreifender Zusammenarbeit gezeigt, dass es möglich ist psychologische Experten innerhalb von 24 Stunden herbeizurufen.

Auch wenn die Prävention das wesentliche Ziel des Arbeitsschutzmanagementsystems ist, ist es jedoch erforderlich, auf einen Notfall vorbereitet zu sein. Mit einer gut organisierten Unfallnachsorge werden diese Anforderungen an einen modernen Notfallschutz abgedeckt.

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