01_Betriebliches Gesundheitsmanagement

Neue Erkenntnisse zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

So bewerten nur 4 % aller „nicht BGM-aktiven“ Unternehmen, die entweder BGM für die Zukunft schon fest einplanen oder die grundsätzlich nicht beabsichtigen, BGM einzuführen, fehlendes Budget als Hindernisgrund. Stattdessen werden als Hauptbarriere einer BGM-Einführung keine ausreichende Notwendigkeit und der oft nicht klare Nutzen eines BGM gesehen. Dieses Ergebnis ist umso bemerkenswerter, als seit Jahren unterschiedliche Institutionen gezielt Öffentlichkeitsarbeit zu dieser Thematik betreiben.

Des Weiteren überraschend – in positiver Hinsicht – ist die hohe Umsetzungshäufigkeit der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung, die bislang als eher nicht bzw. nur unzureichend umgesetzt galt. So gaben 66 % der Umfrageteilnehmer an, ihrer arbeitsschutzrechtlichen Pflicht nachgekommen zu sein (Platz 1 der Maßnahmen). 43 %
der befragten KMU haben dabei auch die psychischen Gefährdungsfaktoren bewertet.

Schlüssig in diesem Kontext ist, dass bei der inhaltlichen Gestaltung des BGMs auch primär die Erfüllung gesetzlicher Anforderungen im Arbeitsschutz eine Rolle spielt (63 %), während nur eine Minderheit (14 %) der befragten KMU die Qualifizierung von Führungskräften auf den Weg gebracht hat.

Platz 2 der umgesetzten Maßnahmen belegen mit jeweils 53% die Überprüfung und Optimierung der Arbeitsbedingungen sowie die Durchführung von Rückkehrgesprächen. Die Gründe für mangelnde Leistungsfähigkeit und krankheitsbedingte Fehlzeiten werden primär auf Seiten der Beschäftigten gesehen, und gelten als nicht nur arbeitsbedingt verursacht. In Bezug auf die externe Unterstützung ist nur ca. jedem fünften kleinen Unternehmen der gesetzliche Präventionsauftrag der Krankenkassen bekannt, bei den mittleren und größeren ist es bereits jedes zweite.

Bestätigt haben sich die Erkenntnisse anderer Befragungen dahingehend, dass fehlende personelle (61 %) und finanzielle (52 %) Ressourcen zwar keine Gründe gegen eine Einführung sind, aber dennoch als beachtliche Hürden im Zuge der tatsächlichen Realisierung eines BGM wahrgenommen werden. Als weitere Hemmnisse werden die mangelnde Motivation der Beschäftigten (46 %), das mangelnde Wissen zur Thematik im Betrieb, aber auch zu externen Unterstützungsmöglichkeiten (Kassen oder Dienstleister) genannt.

Die TOP 3 Anforderungen an ein BGM aus Sicht der Studienteilnehmer:

  1. Es müssen viele in der Belegschaft erreicht werden
  2. BGM muss begeistern
  3. nachhaltig und pragmatisch sein sowie
  4. bedarfsorientiert und einen klaren Nutzen für das Unternehmen haben

Fazit

Die an der Befragung teilnehmenden KMU sind bereits gut im Bereich des Arbeitsschutzes aufgestellt. Budgetaspekte sind kein grundsätzlicher Hinderungsgrund, können jedoch während der Umsetzung eine große Hürde darstellen. Es herrscht häufig noch Unklarheit bezüglich des Nutzens eines BGMs sowie hinsichtlich der möglichen Unterstützung durch Dienstleister und Kassen. Nicht nur für den BBGM, sondern auch für Krankenkassen, Berufsgenossenschaften, Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Arbeitgeberverbände gilt es, weiter an der Aufklärung und Sensibilisierung zur Thematik zu arbeiten und KMU bei der Einführung eines BGM maßgeschneidert und gezielt zu unterstützen.


Kontakt

Die vorliegende Studie wurde
von der Regionalgruppe
Baden-Württemberg des BBGM e.V. durchgeführt.

Kontakt: regionalgruppe-
badenwuerttemberg@bbgm.de

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