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Editorial

Silvester Siegmann

Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten die Betriebe. Für die bestmögliche Beratung ist aber eine sehr enge und kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit notwendig. Ziel dabei ist es, Sicherheit und Gesundheit laufend zu verbessern. Dies gilt umso mehr, als in den meisten Betrieben schon ein sehr hohes Schutzniveau existiert. Verbesserungen lassen sich daher nur erzielen, wenn beste Kenntnisse über die bestehenden Belastungen und Beanspruchungen sowie vorhandenen Gefährdungen und Risiken existieren.

An alle Akteure der betrieblichen Prävention werden zukünftig erweiterte Anforderungen gestellt werden. Hierbei kommt zukünftig den „Soft Factors“ zunehmend größere Bedeutung zu, beispielsweise bei der Beratung im Bereich der psychosozialen Faktoren, Beratungen zur alters- und alternsgerechten Gestaltung von Arbeit, Arbeit 4.0 oder auch dem beruflich Einsatz von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen im Ausland.

Um die gesetzlich geforderte und der Prävention dienliche Zusammenarbeit zu fördern, ist neben einer verbesserten Planung und Organisation des gemeinsamen Wirkens auch notwendig, das Verständnis der Beteiligten für die jeweils andere Profession zu erhöhen.

Wir freuen uns sehr in dieser Ausgabe neben vielen anderen spannenden Themen (!) die ersten Ergebnisse einer gemeinsamen Befragung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e. V., dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Univ.-Prof. Dr. med. Dipl.-Ing. S. Letzel) und dem Institut und Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Univ.-Prof. Dr. med. H. Drexler) unter Fachkräften für Arbeitssicherheit zur Zusammenarbeit mit den Betriebsärzten vorstellen zu dürfen.

Als eines der Ergebnisse stellte sich in der Studie heraus, dass obwohl die Qualität der Zusammenarbeit insgesamt als gut empfunden wird, die Mehrheit der Befragten für Maßnahmen zu einer weiteren Verbesserung der Zusammenarbeit plädiert. Insbesondere wird von den Fachkräften für Arbeitssicherheit eine vermehrte Anwesenheit der Betriebsärzte vor Ort in den Betrieben gefordert. Man darf gespannt sein, wie sich dies mit den möglichen zukünftigen Entwicklungen im Bereich der Tele(arbeits)medizin, dem Einsatz von E-Health in der Arbeitsmedizin und auch dem möglichen Einsatz der Telematik im Bereich der Arbeitssicherheit in Einklang bringen lässt. Es wäre sicherlich wünschenswert gemeinsam frühzeitig aufeinander abgestimmte Methoden und Konzepte zu entwickeln, die sich gegenseitig unterstützen und ergänzen.

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